Bereits aus der Bronzezeit lassen sich Siedlungsspuren im Creuzburger Raum nachweisen (2. Jahrtausend v.u.Z.). Wer auf der alten Scherbdaer Straße von Creuzburg nach Scherbda wandert, kann sich Überreste von fünf Hügelgräbern ansehen oder Bronzeschmuck im Burgmuseum. Sie stammen aus der mittleren Bronzezeit (1600 bis 1200 v.u.Z.) und zwei dieser Hügel wurden 1899 von Prof. Dr. A. Götze ausgegraben.

In der Zeit des Thüringer Reiches, das eine wesentlich größere Ausdehnung nach Süden bis über den Main hinaus hatte und 531 im Krieg gegen die Franken unterging, gab es vermutlich auf dem Burgberg schon eine Befestigung, die zur Sicherung der Furt durch die Werra diente. Danach kamen die Franken in das Werragebiet und gründeten die Mark „Ustmilingero“, die als Siedlungen Ostmilinge östlich der Werra  und Westmilinge hatte und auf dem Burgberg ein Königsgut.

Auf diesem Berg soll der Sage nach der Hl. Bonifatius 724 ein Holzkreuz errichtet  und eine kleine Kapelle bauen lassen haben, die dem heiligen Apostel Petrus geweiht war. Gesichert sind allerdings nur die Klostergründungen in Ohrdruf und Erfurt, das sogar Bischofsitz wurde. Erstmals wird Creuzburg (als „Cruciburc“) am 22. Oktober 973 in einer Urkunde erwähnt, in der Kaiser Otto II. den Gebietstausch des Erzbischofs Adalbert von Magdeburg mit dem Abt Werinhar vom Kloster Fulda bestätigt, der schon zu Zeiten seines Vaters in Trebur durchgeführt wurde.

Der Thüringer Landgraf Ludwig II (der Eiserne) baute den Burgberg zu einer festen Burg um und soll die dortigen Benediktinermönche in die „cella S. Martini“  (dem späteren Probsteizella) nahe von Frankenroda an der Werra umgesiedelt haben. In einer Urkunde vom 25.7.1170 bestätigte ihm Kaiser Friedrich (Barbarossa) dann den Tausch von hessischem Besitz (bei Gudensberg) gegen den hiesigen mit dem Kloster Fulda. Nach 1170 wurde der Palas auf der Creuzburg gebaut (also zur selben Zeit, wie auf der Wartburg). Die Burg wurde zu einem Lieblingsaufenthaltsort der Hl. Elisabeth und hier wurde 1222 auch ihr Sohn Hermann geboren, 1227 die Tochter Gertrud. Hermann starb allerdings als junger Hessischer Landgraf 1241 auf der Creuzburg (er soll vergiftet worden sein).

Am Creuzberg wurden drei große Versorgungsgüter (das fürstliche Vorwerk - Kammergut, der Harstallhof und der Buttlarsche Steinhof) angelegt. Weitere sehenswerte historische Gebäude sind die 1215 (eventuell schon 1210) gegründete Nicolaikirche (mit romanischem Chor), die 1223 erbaute steinerne romanische Werrabrücke und die daneben stehende Liboriuskapelle (erst von 1499) und das alte Rathaus (urkundlich 1377 erwähnt). Vom ehemaligen Augustiner-Nonnenklostern „St. Jacob“ von 1172/73 am Stadtrand ist nichts erhalten geblieben, nur eine Ruine eines Stadtgebäudes des Klosters in der Badegasse.

Vor 800 Jahren begann der Bau der Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen und Toren. Sie war ca. 1200  Meter lang und hatte das Eisenacher Tor zur Werrabrücke hin, das Frauentor am Beginn der heutigen Bahnhofstraße, das Klostertor an der Talstraße nach Mihla  und die Minkenpforte (Mönchspforte) als Zugang zu den Werrawiesen. Das Eisenacher Tor war eine Doppeltoranlage mit flankierenden Mauern, d.h. Wagen, die in die Stadt wollten, mussten zwischen den Toren anhalten und konnten da kontrolliert werden. Unmittelbar vor dem Frauentor lag die „Altstadt“ mit der Marien-/Frauenkirche (später Gottesackerkirche genannt) am Berg und einer noch älteren Andreaskirche, von der aber nichts erhalten blieb. Die drei Tore waren durch Türme gesichert, die sich im Wappen von Creuzburg widerspiegeln. Die Mauer hatte noch  weitere Türme, von denen teilweise noch Reste zu sehen sind und Wehrgänge auf der Innenseite. Der größte Turm stand im Eisfeld und war 68 bis 70 Fuß hoch (ca. 20 Meter). Abgerissen wurden die Tore zu Napoleons Zeiten. Im Außenbereich gab es zusätzlich noch Landwehren aus Dornenhecken, Holztürmen und (bewachten) Durchlässen. In die Bauzeit der Stadtmauer fällt auch die für 1213 überlieferte Verleihung der Stadtrechte an die neue Stadt, deren Gründung schon nach 1170 geplant und durch Umsiedlung der Orte Milingen, Kolbendorf  (beim Kloster), Rumpfreyn und Hepsberg (am Herzberg) mit ihren Einwohnern und sogar Häusern neben die „Altstadt“ am Fuße der Creuzburg realisiert wurde. Dazu kamen Handwerker, Kaufleute und andere Neubürger dieser Marktsiedlung. Es gibt allerdings keine schriftliche Urkunde aus dieser Zeit für das Jahr 1213, aber schon die spätmittelalterliche Chronik des Johann Craemer enthält diese Jahreszahl und Jubiläumsfeste wurden 1913, 1963, 1988 und 2013 gefeiert.

K.H. Michel

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