Arkadien in Thüringen

Hayek Plakat nkArkadien – was verbirgt sich hinter dem klangvollen Begriff? Geographisch gesehen, liegt diese wilde Gebirgslandschaft auf dem griechischen Peloponnes. Aber es gibt Arkadien auch als ein von Dichtern und Künstlern erdachtes Wunsch- und Sehnsuchtsland, wo Hirten inmitten einer üppigen Natur als dichtende Sänger miteinander wetteifern. Zudem sind Götter und Nymphen hier zu Hause – etwa der bocksfüßige Hirtengott Pan, der die Fruchtbarkeit der Natur ebenso verkörpert wie ihre unheimliche und gewaltsame Seite.

Die antiken Dichter Theokrit und Vergil machten Arkadien zu einem wichtigen Thema der Literatur. Seither ist dieses erdichtete Land als Sehnsuchtsort und landschaftliches Idealbild immer wieder neu erfunden worden. Auch in Thüringen hat man sich daran orientiert.

So brachten Goethes Künstlerfreunde Arkadien in Werken zur Anschauung, von denen man heute viele in den Kunstsammlungen der Klassik Stiftung Weimar sehen kann. Und Schlossparks wie die von Gotha, Molsdorf oder Wilhelmsthal sowie der Weimarer Ilmpark lassen sich als Modelle Arkadiens in drei Dimensionen verstehen.

Die Werke in der Ausstellung „Arkadien in Thüringen“ nehmen einerseits auf solche realen Orte Bezug. Andererseits reagieren sie auf breitere kulturelle Traditionen, die sich mit Arkadien verbinden – auf Werke von Malern wie Claude Lorrain (1600-1682), Nicolas Poussin (1594-1665) und Jakob Philipp Hackert (1737-1807) sowie auf die Hirtengedichte des Vergil. Arkadien, so haben wir gefunden, lässt sich heute nur noch in Fragmenten finden. Aber diese Fragmente strahlen eine vibrierende Lebendigkeit aus, die zu frischen Gedanken und Gefühlen anregt.

Wir haben in und für Thüringen unser eigenes Arkadien geschaffen und stellen nun fest: Arkadien kann immer dort sein, wo wir stehen.